IÖW-VÖW-Jubiläumstagung

In guter Gesellschaft?
Zur Neubestimmung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen

30. September 2005, 9.30 Uhr, Berlin Umweltforum

Parallele Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe 1: Im Schatten der Ökologie: Soziale Anforderungen an Unternehmen

Die sozialen Anforderungen von CSR stellen für deutsche Unternehmen eine Herausforderung dar – gerade auch gegenüber dem weitaus profilierteren Umweltschutz. Obwohl soziales Engagement für viele Betriebe eine Selbstverständlichkeit ist, haben die ökologischen Anforderungen in der Unternehmenskommunikation, im Stakeholder-Dialog und sogar in der nationalen Nachhaltigkeitsdebatte ungleich mehr Gewicht. Wie kann eine übergreifende Strategie für „das Soziale“ entwickelt werden, die lokales Engagement mit (nationaler) Arbeitspolitik und internationalen Sozialstandards entlang der Wertschöpfungskette schlüssig verbindet? Welchen Kriterien unterliegen die sozialen Anforderungen – nationalen oder globalen? Gibt es ein übertragbares Verständnis des Sozialen? Welche Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis und in Bezug auf die Entwicklungszusammenarbeit (Public Private Partnership) liegen vor?

Prof. Dr. Eckart Hildebrandt, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) (Präsentation als PDF)
Jörg Hartmann, Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), Berlin
Uwe Wötzel, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Berlin (Präsentation als PDF)
Stefan Seidel, PUMA AG, Herzogenaurach(Präsentation als PDF)
Moderation: Dr. Frieder Rubik, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, Heidelberg

Arbeitsgruppe 2: Im Schatten der Großen: Gesellschaftliche Verantwortung von KMUs, NGOs, Kirchen und anderen Organisationen

Wer über CSR diskutiert, denkt meistens an global agierende Unternehmen. Ob Entlassungen oder Innovationen – ihre Aktivitäten haben spürbare Auswirkungen auf die Gesellschaft, weshalb sie im Rampenlicht der Medien und im Zentrum des Stakeholder-Interesses stehen. Doch wie sieht es mit der gesellschaftlichen Verantwortung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), Kirchen oder NGOs aus? Wie relevant, attraktiv und umsetzbar ist das Konzept CSR für sie? Die Arbeitsgruppe diskutierte, was gesellschaftliche Verantwortung für diese Organisationen konkret bedeutet, wie CSR also an die verschiedenen Organisationsgrößen und –zwecke angepasst werden kann. Dabei wurden auch Umsetzungsbeispiele vorgestellt.

Wolfgang Schmalz, J. Schmalz GmbH, Glatten (Präsentation als PDF)
Sylke Schröder, EthikBank, Eisenach (Präsentation als PDF)
Stefan Schurig, Greenpeace e.V., Hamburg (Präsentation als PDF)
Pfarrer Klaus Breyer, Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, Iserlonh (Präsentation als PDF)
Moderation: Jana Gebauer, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin

Arbeitsgruppe 3: Zwischen Beteiligung und Vereinnahmung: NGOs in CSR-Aktivitäten

Unternehmen, die sich mit Fragen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auseinander setzen, nutzen verschiedene Instrumente, um NGOs in ihre Aktivitäten einzubinden: So stehen etwa Stakeholder-Dialoge, Kooperationen und Sponsoring zur Verfügung. Für den wirtschaftlichen Akteur bedeutet eine solche Zusammenarbeit eine Imageverbesserung, für die NGO oft eine Gratwanderung zwischen erhöhter öffentlicher Wahrnehmung und dem Verdacht der Käuflichkeit. Warum beteiligen sich NGOs trotzdem an Unternehmensaktivitäten – oder warum tun sie es gerade nicht? Welche Formen der Beteiligung im Rahmen von CSR ermöglichen eine echte Einflussnahme ohne Gesichtsverlust? Vertreter/innen von NGOs und Unternehmen berichteten über ihre Erfahrungen und diskutierten Möglichkeiten, Chancen und Risiken von Kooperationen.

Oliver Moldenhauer, Attac, Berlin (Präsentation als PDF)
Dr. Gerd Rosenkranz, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Radolfzell/Berlin
Dr. Gerhard Timm, Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Berlin
Peter Westenberger, Deutsche Bahn AG / Bahn-Umwelt-Zentrum, Berlin (Präsentation als PDF)
Moderation: Stephanie Weis-Gerhardt, Aachener Stiftung Kathy Beys

Arbeitsgruppe 4: Jenseits des „business case“: Was ist der Maßstab für gesellschaftliche Verantwortung?

Zahlen und Fakten, Gewinn und Verlust bestimmen maßgeblich das Bild eines Unternehmens, aber erschöpft sich darin die gesellschaftliche Verantwortung? Die aktuelle Debatte um CSR legt nahe, dass von Unternehmen mehr erwartet wird. Doch was sind die Maßstäbe für verantwortliches Unternehmenshandeln? Und wer legt diese fest? Welche Rolle spielen Werte in diesem System? Und wie kann CSR in einer Organisation dauerhaft als Lernprozess verankert werden? Die AG befasste sich mit möglichen - oder notwendigen – Maßstäben für CSR, um das Konzept jenseits eines kurzfristig attraktiven "business case" auch langfristig organisatorisch zu verankern.

Dr. Michael Stefan Aßländer, Universität Kassel (Präsentation als PDF)
Elisabeth Weyermann, The Body Shop, Neuss (Präsentation als PDF)
Dr. Gunter Schall, Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), Berlin
Moderation: Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg